Über Herausforderungen, Chancen und Strategien in einer immer komplexer werdenden Welt

Das Zeitalter, in dem wir leben, hat bereits viele Namen bekommen: Es war das Zeitalter der Globalisierung, des Kapitalismus und das Zeitalter des Internets. Unabhängig von der Bezeichnung wurde unsere Welt und die Zusammenhänge in ihr immer komplexer und unüberschaubarer. Diese Entwicklung hat zum Teil paradoxe Formen angenommen: Zwar sind heute Informationen in einer unvorstellbaren Menge verfügbar – wir haben sogar unabhängig von unserem Aufenthaltsort und der Uhr-zeit darauf Zugriff. Gleichzeitig hilft uns diese Fülle an Informationen und Wissen nicht mehr, eine Ordnung in der Welt zu erkennen. Selbst die Anforderungen an unser alltägliches Leben wachsen jeden Tag. Das ein-fache Leben scheint fast unmöglich geworden zu sein.

Innovationen richtig verstehen

Innovation Hartschen Einfachheit Simplicity Speaker Blog WorkshopWir unterscheiden zwischen Routine-, Verbesserungs- und Radikale Innovationen. Routine-Innovationen sind lediglich kleine Anpassungen zur Erhaltung der Qualität oder des Designs, der Neuigkeitsgrad ist jedoch sehr gering. Verbesserungs-Innovationen ist eine echte Weiterentwicklung von einer bestehenden Lösung. Die Neuerung bringt auch einen klaren und vielseitigen Mehrwert. Radikale Innovationen definieren Branchenstandards neu, lösen Technologien ab und schaffen somit völlig neue Potenziale.

In allen Fällen wird im Zusammenhang mit dem Internet der Dinge (IoT) im Sprachgebrauch der Begriff Innovationen verwendet, was zu sehr viel Verwirrung sorgt. Denn die Unternehmen wünschen sich eigentlich wirkliche Verbesserungs- und Radikale Innovationen. Sie schaffen jedoch nur Strukturen und Anforderungen primär im Rahmen von Routine-Innovationen. Das ist sehr grosser Gap zwischen Anforderung und Handeln.

Gerde im Fall der Digitalisierung liegt die grosse Chance darin, die inkrementellen Entwicklungsschritte zu verlassen und ganzheitlich die Strukturen und Angebote für morgen aufzubauen. Es ist schon fast eine grundsätzliche Forderung. Denn in den alten Strukturen und Denkhaltungen werden wirklich neuartige Entwicklungen häufig unterdrückt.

 

„Ein Update steht zur Verfügung“

Der Inbegriff der täglichen, immer neuen Herausforderungen ist für mich das Update. Anwendungen und Geräte, an die wir uns gewöhnt haben, werden permanent neuen Gegebenheiten angepasst oder durch neuere Technologien ausgetauscht, an die wir uns anpassen müssen. Bereits heute zeichnet sich die nächste Stufe bei der immer schneller voran-schreitenden Digitalisierung aller Lebensbereiche ab: Das Internet der Dinge. Dabei handelt es sich gewissermassen um das Update des Internets. In Zukunft werden nicht mehr nur Menschen über das Internet miteinander vernetzt sein, sondern auch normale Gegenstände wie Kühlschränke, Fenster, Fernseher oder Kaffeemaschinen.

Wie genau funktioniert das Internet der Dinge?

Im Englischen heisst das Internet der Dinge auch das „Internet of Everything“ – das Internet von allem. Hinter diesem Begriff verbirgt sich die Vorstellung, dass in wenigen Jahren Milliarden von Geräten und Gegenständen mit dem Internet verbunden sein werden. Vernetzte Dinge können so gemeinsam ein Netzwerk ausbilden und miteinander kommunizieren. Wenn zum Beispiel in einem vernetzten Haus, einem sogenannten „Smart Home“, die Fenster mit Sensoren ausgestattet sind, kann ich, selbst wenn ich unterwegs bin, über mein Smartphone feststellen, ob alle Fenster geschlossen sind, oder ob ich vergessen habe, eines zu schliessen. Ein Einbruch durch die Fenster würde mir ebenfalls sofort auf mein Telefon gemeldet werden. Und wenn auch meine Heizung mit den Fenstern vernetzt ist, könnte sie sich automatisch abschalten, wenn ich die Fenster zum Lüften öffne.

Trillions from MAYA Design on VimeoQuelle: https://vimeo.com/7395079

Das Video versucht zu veranschaulichen, mit welcher Grössenordnung wir es beim Internet der Dinge zu tun haben.

Digitale Vernetzung bringt smarte Anwendungen – im besten Fall

Der Fantasie sind in diesem Zusammenhang keine Grenzen gesetzt. Wenn alle Gegenstände in einem Haus oder in einer Fabrik miteinander vernetzt sind, lassen sich daraus viele, smarte Anwendungen ableiten. Sie alle versprechen, unser Leben einfacher zu machen. Dafür gibt es jedoch keine Garantie. Nicht alle Unternehmen beherzigen gleichermassen das oberste Gebot, das angesichts der Komplexität, die das Internet der Dinge mit sich bringen wird: Einfachheit. Zwar ist es möglich, vernetzte Glühbirnen über eine Anwendung auf dem Smartphone an- und auszuschalten. Aber wird es dadurch wirklich einfacher, das Licht an- und auszuschalten? Ich finde, es wird dadurch sogar komplizierter. Anstatt einfach auf einen Lichtschalter zu drücken, muss ich mein Smartphone herausnehmen, entsperren, eine App öffnen und dort verschiedene Regler bedienen.

Sprich: Nicht alles, was durch die Vernetzung von allem mit allem möglich wird, ist automatisch einfach geschweige denn „smart“. Nach wie vor ist es auch so, dass jeder Hersteller auf seine eigenen Standards und Anwendungen setzt. Das führt zu der Situation, dass ich heute in einem Smart Home nicht etwa eine einzige App auf meinem Smartphone hätte, über die ich alles steure, sondern unzählig viele. Hier sehe ich den grössten Handlungsbedarf bei der Entwicklung von einfachen Nutzungskonzepten. Dies kann meiner Überzeugung nach nur gelingen, wenn Unternehmen ihr Denken und Handeln am Prinzip der Einfachheit ausrichten.

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Der Erfolgsfaktor für das Internet der Dinge ist Einfachheit

Unternehmen und Entwickler sollten sich daher nicht nur darauf konzentrieren, alles möglich zu machen, was möglich ist. Vielmehr ist es entscheidend, die Perspektive der Menschen einzunehmen und sich zu fragen, wie deren Leben einfacher gemacht werden kann. Wer sich die derzeitige Diskussion über das Internet der Dinge anschaut, gelangt schnell zu der Gewissheit, dass die Vernetzung von Milliarden Geräten unter Garantie kommen wird. Wer einen genaueren Blick wagt, sieht jedoch, dass der grossen Mehrheit der Menschen im Moment sogar die Begrifflichkeiten unbekannt sind. Dieser Umstand lässt tief blicken, wenn es um die Fähigkeit der Konzerne im Moment steht, ihre neusten Produkte und Konzepte zu vermitteln.

Ich sage: Das Internet der Dinge wird nur kommen, wenn es dafür ein Verständnis und die Akzeptanz der Menschen gibt Diese wiederum wird es nur geben, wenn es den Unternehmen gelingt, das Interesse der Kunden und die Benutzerfreundlichkeit ins Zentrum zu stellen.

 

Das Grundprinzip der Digitalisierung

Führt man sich die erfolgreichen Produkte oder Anwendungen der letzten 10-15 Jahre aus dem Bereich der Digitalisierung vor Augen, kann man eines eindeutig feststellen: Die erfolgreichsten Konzepte, die unser aller Leben nachhaltig verändert haben, basieren auf dem Prinzip der digitalen Einfachheit. Das iPhone, wohl das bislang erfolgreichste Produkt überhaupt, wird mit einem einzigen Button bedient. Google macht die ganze Welt des Wissens mit einem simplen Suchschlitz verfügbar. Bei Amazon kann man inzwischen mit einem einzigen Klick einkaufen. Und heute genügt die Email-Adresse eines Freundes, um ihm Geld via Paypal zu schicken. Der nächste grosse Coup wird sein, dass wir nur mehr mit unserer Stimme und mit unserer natürlichen Sprache die digitalen Technologien und Services steuern können. Amazon schickt „Echo“ ins Rennen, Apple „Siri“ und Microsoft „Cortana“.

Erst die Einfachheit der Anwendungen führt zu der digitalen Leichtigkeit, die massgeblich für ihren Erfolg verantwortlich ist. Nur wenn wir dieses Grundprinzip der Digitalisierung erkennen und beherzigen, wird es gelingen, den neuen Technologien ihren Schrecken zu nehmen, den sie teilweise verbreiten. Das derzeitig vorherrschende Desinteresse der Menschen am Internet der Dinge kann durch Begeisterung ersetzt werden, wenn die Unternehmen den Menschen den eigentlichen Nutzen der neuen Technologie vermitteln: Das Leben ein Stück weit einfacher und besser zu machen.

 

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