Die Antwort steht im Buch. Nur schlägt niemand nach.
Vielleicht kennst du das: Du hast ein Buch geschrieben, einen Kurs aufgebaut, Stunden an Videos aufgezeichnet. Und trotzdem kommen per E-Mail, im Call und in der Community immer wieder dieselben Fragen. Fragen, die du längst ausführlich beantwortet hast. Doch das Wissen ist nicht das Problem. Der Zugang ist es.
Wissen, das niemand findet
In Unternehmen sieht es nicht anders aus. Handbücher, Richtlinien, Prozessbeschreibungen, Schulungsunterlagen – alles da. Neue Mitarbeitende suchen trotzdem in Ordnern und Laufwerken oder fragen die Kollegin, die es schon dreimal erklärt hat. Und wenn erfahrene Leute in Pension gehen oder das Unternehmen verlassen, geht ihr Wissen mit ihnen.
Der übliche Reflex? Ein neues System. Ein Wiki, eine Plattform, ein grosses Wissensmanagement-Projekt. Es wird geplant, eingeführt, befüllt – und dann nicht genutzt. Die Frage ist nicht, ob du genug Wissen hast. Die Frage ist, wie einfach jemand die eine Antwort findet, die er gerade braucht.
Prinzip Ergänzen: Was fehlt, damit es leichter geht?
Im Buch „simplicity.“ ist Ergänzen eines der fünf Prinzipien der Einfachheit. Es klingt erst einmal paradox: Einfacher wird es, indem man etwas hinzufügt. Doch genau das passiert ständig. Eine Kurzanleitung, die den Blick ins Handbuch erspart. Eine sinnvolle Voreinstellung, die zehn Entscheidungen überflüssig macht.
Übertragen auf dein Wissen heisst das: Du musst deine Bücher nicht neu schreiben und deine Videos nicht neu aufnehmen. Es fehlt nur eine Ebene davor, die Fragen in eigenen Worten versteht. Genau das ist der Wissens-Begleiter. Er antwortet ausschliesslich aus deinem eigenen Material und nennt bei jeder Antwort die Quelle: Kapitel und Seite oder die Minute im Video. Das Bewährte bleibt, wie es ist. Es wird nur leichter zugänglich.
Und genau das ist der Unterschied zum Prinzip Ersetzen. Wer ersetzt, wirft das Alte weg und baut neu. Wer ergänzt, startet mit dem, was schon da ist – und wächst dort, wo echte Fragen auftauchen.
Prinzip Wahrnehmen: Einfach ist, was als einfach erlebt wird
Eine gute Lösung, der niemand vertraut, wird nicht genutzt. Deshalb ist das zweite Prinzip hier mindestens so wichtig: Wahrnehmen. Wie erleben die Menschen, die Fragen stellen, die Antwort?
Einfach ist es für denjenigen ohne Vorkenntnisse – nicht für den, der das Material sowieso kennt. Wer den Wissens-Begleiter nutzt, muss weder Suchbegriffe erraten noch eine Ordnerstruktur verstehen. Er fragt so, wie er eine erfahrene Kollegin fragen würde. Und er sieht sofort, woher die Antwort stammt. Damit wird Verlässlichkeit sichtbar, statt nur behauptet.
Dazu gehört auch Ehrlichkeit. Steht etwas nicht im Material, sagt der Begleiter das offen, statt etwas zu erfinden. Frag ihn, wie man ein Dinkelbrot backt, und du bekommst eine freundliche Absage. Ist eine Frage mehrdeutig, bietet er zwei oder drei Deutungen zur Auswahl an. Und unbeantwortete Fragen landen bei dir: So siehst du, wo in deinem Wissen noch etwas fehlt, und deine Antwort fliesst beim nächsten Mal mit ein.
Keine Idee, sondern im Einsatz
Das alles ist kein Konzept auf dem Papier. Vier Anwendungen nach diesem Prinzip laufen bereits. Der Video-Finder macht die Aufzeichnungen einer Online-Community durchsuchbar und springt direkt zur passenden Videominute. „Fragen & Antworten“ beantwortet Fragen zu Büchern und Hörbüchern mit Kapitel und Seite, auf Wunsch auch vorgelesen. Der Drop-Coach arbeitet mit den Transkripten von Live-Trainings und gibt wie ein Berater Vorgehen, Werkzeuge und typische Fehler weiter. Und die virtuellen Begleiter greifen auf über hundert Dokumente, Bücher und Videos zu – mit Themenprüfung und Rückfragen, wenn etwas unklar ist.
Was bedeutet das für dich? Du musst nicht glauben, dass es funktioniert. Du kannst es ausprobieren.
Selbstversuch: Frag das Buch „simplicity.“
Alle 28 Kapitel des Buches „simplicity.“ von Chris Brügger, Jiri Scherer und mir sind befragbar. Die Antworten kommen nur aus dem Buch, mit Kapitel und Seite als Beleg. Stell eine Frage zum Prinzip Ergänzen – oder teste, was bei einer Frage passiert, die gar nichts mit dem Buch zu tun hat.
Und dein Wissen?
Welches Wissen steht bei dir im Regal, liegt auf einem Laufwerk oder steckt in Stunden von Aufzeichnungen – und wartet darauf, gefragt zu werden? Du bist der Architekt deines eigenen Wissens. Du entscheidest, ob es weiter verstaubt oder ob es jeden Tag für dich und deine Kunden arbeitet.
Wenn du wissen willst, was in deinem Material steckt: Auf wissen.brainconnection.ch kannst du ein kostenfreies Klärungsgespräch anfragen. Und wenn du die fünf Prinzipien der Einfachheit selbst lernen willst, findest du hier alle Infos zum Simplicity Training am 22. Februar 2027 in Linz.
Vom Lesen ins Tun
Einfachheit lernt man am besten gemeinsam.
Wenn du die Ideen aus diesem Beitrag in deinem Unternehmen umsetzen willst, gibt es drei Wege.
Live-Seminar
Simplicity Training
Die Methode kompakt lernen und direkt am eigenen Thema anwenden.
- Mo., 22. Februar 2027
- Linz / Pöstlingberg
- 1 Woche online, 1 Tag live, 4 Wochen Umsetzung
Inhouse · 2 Tage
Simplicity Workshop
Am ersten Tag lernt dein Team die Methode, am zweiten vereinfacht ihr ein echtes Thema aus eurem Unternehmen.
Das Buch
«simplicity.»
Das Grundlagenbuch zur Methode: fünf Prinzipien für einfache Produkte, Dienstleistungen und Prozesse.

